12.04.2014 bis 19.04.2014
Apulien, im Süden Italiens am Stiefelabsatz gelegen, zeichnet sich durch rund 300 Sonnentage im Jahr aus und ist daher von März bis November ein ideales Reiseziel. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen die Trulli-Häuser sowie die Stadt Matera. Doch die Region bietet noch viel mehr: unberührte Natur, traumhafte Strände und malerische, ursprünglich erhaltene Ortschaften.
Im April 2014, bei frühlingshaften Temperaturen in Bonn, starteten wir – eine Gruppe von 11 Personen – mit angenehmen Flugzeiten von Köln aus mit der Germanwings nach Bari. Nach unserer Ankunft in Bari fuhren wir per Bus weiter in die benachbarte Region Basilikata, nach Matera.
Matera ist weltweit berühmt für ihre außergewöhnliche Altstadt und die faszinierenden Siedlungen der „Sassi di Matera“, die seit 1993 als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt sind. Diese Siedlungen zählen zu den ältesten der Welt, da sie schon in der Jungsteinzeit besiedelt wurden. Wir verbrachten zwei Tage dort, probierten in einer Schäferei köstlichen lokalen Käse und Wein, unternahmen eine wunderschöne Wanderung rund um Matera und besichtigten eine traditionell eingerichtete Felsenwohnung. Diese Wohnungen, die bis in die 1950er Jahre bewohnt waren, sind Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit.
Von Matera aus ging es weiter nach Alberobello, wo wir drei Nächte im Victor Country Hotel verbrachten. Das Hotel liegt etwa 5 km entfernt, mitten in der ländlichen Umgebung. Diese Region ist nicht nur von Olivenhainen und Obstplantagen geprägt, sondern auch von den charakteristischen Trulli-Häusern. Diese markante Dachbauweise findet man vor allem in Alberobello und der Umgebung.
Leider mussten wir während der Reise überwiegend mit kaltem Wind und Regen kämpfen, abgesehen von wenigen sonnigen Momenten. Doch davon ließen wir uns nicht entmutigen und setzten alle Besichtigungen, Wanderungen und Radtouren fort. Unsere gute Laune hielten wir durch die täglichen, köstlichen Mahlzeiten und den leckeren Rotwein „Primitivo“ aufrecht, den wir sowohl in den Hotels als auch in lokalen Restaurants genossen.
Ein weiterer Höhepunkt war unser Tagesausflug nach Locorotondo, Martina Franca und Ostuni. In Locorotondo nahmen wir an einer Wein- und Olivenölprobe in der „Bottega di Alfredo“ teil, was ich jedem Reisenden sehr empfehlen kann. Locorotondo ist bekannt für seine hervorragenden Weißweine, und es war eine spannende Erfahrung, Olivenöl direkt vor Ort zu probieren. In der „Bottega“ kann man zudem zahlreiche hochwertige Produkte aus der Region erwerben.
Von Alberobello aus fuhren wir mit dem Rad nach Monopoli an die Küste, wo wir die letzten beiden Nächte verbrachten. Monopoli ist ein charmantes, ursprüngliches Küstendorf mit einer wunderschönen Altstadt. Am nächsten Tag machten wir eine weitere Radtour entlang der Küste bis zum benachbarten Ort Savelletri, wo wir die römischen Ruinen von Egnazia besichtigten.
An unserem Abreisetag zeigte sich schließlich auch die Sonne, sodass wir wenigstens einen kleinen Eindruck davon bekamen, wie Apulien bei sonnigem Wetter aussieht. 😉
Apulien ist eine Region, die noch keinen Massentourismus kennt. Reisende finden hier noch das ursprüngliche Italien, fernab der großen Touristenströme. Für Individualreisende ist es wichtig zu wissen, dass das öffentliche Verkehrsnetz – abgesehen von Zugverbindungen – nur begrenzt ausgebaut ist. Daher empfiehlt es sich, einen Mietwagen zu buchen, um Apulien flexibel und ohne lange Anfahrtswege zu erkunden.
Abschließend möchte ich mich bei der gesamten Gruppe bedanken. Es war eine großartige Zeit, und es war schön zu sehen, wie sich niemand von der schlechten Wetterlage die gute Laune verderben ließ.