1. Tag: Anreise
Flug nach Warschau und Transfer zum Hotel (1 Ü).
2. Tag: Die Jerominkinder und der schönste See Masurens
Auf nach Masuren (ca. 200 km, 3 Ü) zum Ufer des Nidzkie-Sees. Mit seiner fjordartigen Form und Hochufern gilt er als der schönste See Masurens. Wir wandern von Bucht zu Bucht, genießen die Stille der Johannisburger Heide und Ausblicke auf die weißen Segel der Boote (GZ: 2 1
2 Std., +
- 20 m). „…Viele Augen blickten auf das weite und schweigende Land, das sich von ihnen ausbreitete, auf die dunklen Wälder und stille Seen, aus deren Schilfrändern sich die Reiher oder Kranichen erhoben“. (Die Jerominkinder, Erich Wiechert)
3. Tag: Die Segelmekka und die masurische Eisenbahn
Unsere Wanderung startet an einem ehemaligen Eisenbahndamm und führt auf den Spuren der masurischen Geschichte zu einer Bahnbrücke über das Flüsschen Sapina. Hier setzen wir uns und lauschen der Geschichte von Oma Kossak, die den Zug nach Nikolaiken verpasste. Weiter geht’s durch die Masurische Landschaft bis ins charmante Kruklanki. Dort lassen wir den Tag entspannt bei traditionellen Kartacze ausklingen – einfach köstlich! Am Nachmittag unternehmen wir eine schöne Bootstour (GZ: 3 1
2 Std., +
20 m). „… die masurische Eisenbahn bewahrte sich eine gewisse Beschaulichkeit dadurch, dass sie an Steigungen erschöpft stehen blieb und den Fahrgästen Gelegenheit gab, mit Wassereimerchen zum nahen See zu laufen, um Flüssigkeit für den Dampfkessel zu holen“. (Die Reise nach Nikolaiken, Arno Surminski)
4. Tag: Rundtour Masuren mit Marion Gräfin Dönhoff
Unsere Rundtour führt uns zunächst nach Święta Lipka mit der berühmten barocken Wallfahrtskirche. Wir wandern nach Reszel (GZ: 1 1
2 Std. +
- 50 m), wo die Ordensburg aus dem 14. Jahrhundert über der Altstadt thront und einen schönen Blick auf die Umgebung bietet. An der Wolfsschanze (Wilczy Szaniec), erwartet uns eine Führung und wir bekommen Einblicke in die Ruinenanlage von Hitlers ehemaligem Hauptquartier. Den entspannten Abschluss bildet Sztynort
Steinort mit dem leicht verwunschenen Palast der Familie von Lehndorff direkt am See und dem lebendigen Yachthafen. Eine spannende Tour durch masurische Kultur, Geschichte und Natur. „…Es gab viele schöne Besitze in Ostpreußen, aber kaum einen zweiten in so unberührter, großartiger Landschaft (wie Steinort). Ein verträumter Park mit vielhundertjährigen Eichenalleen führte vom Schloss herunter zu dem größten der masurischen Seen…“. (Namen die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff)
5. Tag: Das Venedig Masurens
Transfer zum Wandereinstieg. Wir schnüren unsere Wanderschuhe und folgen der grün-goldenen Kulturlandschaft Masurens nach Mikołajki
Nikolaiken, das aufgrund seiner zahlreichen Brücken auch „Venedig Masurens“ genannt wird (GZ: 2 1
2 Std., +
- 50 m). An der ehemaligen Schule wird es wieder literarisch – und ziemlich vergnüglich: In Siegfried Lenz’ „Sozusagen Dienst am Geist“ lernen wir den eigenwilligen Dorfschullehrer Eugen Boll kennen, der seine ganz eigene Vorstellung von Unterricht hat. Als der Schulinspektor erscheint und ausgerechnet die Latrine zum Schauplatz der Inspektion wird, nimmt das Unheil seinen Lauf. Wie die beiden schließlich gemeinsam darin festsitzen? Das verraten wir noch nicht (3 Ü in Krutyn). „…Möglicherweise, Herr Oberrektor, ist (in die Latrine) einem hineingefallen die Hose...“ (Sozusagen Dienst am Geist, Siegried Lenz)
6. Tag: So schlängelt sich der Fluss
Auf zum Mokre-See! Über eine Waldallee, die von hundertjährigen Eichen und Kiefern gesäumt ist, erreichen wir den See (GZ: 3 Std., +
- 50 m). In diesen Wäldern könnte auch Siegfried Lenz’ herrlich skurrile „Verfolgungsjagd“ spielen: Ein stattlicher Hirsch soll erlegt werden, doch die gewitzten Suleyker haben andere Pläne. Und spätestens als nach einem Schuss „ein Fluch, ausgestoßen aus rätselhafter Hirschbrust“ ertönt, nimmt die Jagd eine höchst unerwartete Wendung. „…ein Fluch, ausgestoßen aus rätselhafter Hirschbrust…“ (Verfolgungsjagd, Siegfried Lenz)
7. Tag: Kajaktour auf der Krutynia
Die Kajaketappe von Krutyń nach Ukta zählt zu den schönsten Masurens. Der Fluss führt durch stille Wälder, vorbei an Schilfufern und ursprünglicher Natur. Passend dazu begleitet uns heute Siegfried Lenz’ „Der Ostertisch“. Auch seine Geschichte führt hinab zum Flüsschen, „wo der Schleppkahn vertäut lag“. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei: Wir lassen uns überraschen (FZ: 3 1
2 – 4 Std., 13 km, anfängergeeignet)! „Kamen schon am frühen Morgen zum Flüsschen herab, wo der Schleppkahn vertäut lag …“ (Der Ostertisch, Siegfried Lenz)
8. Tag: Höhepunkte Warschaus
Transfer nach Warschau (1 Ü). Links Wolkenkratzer-Skyline, rechts die roten Dächer des Warschauer Schlosses und auf der Weichsel schaukeln ein paar Anglerboote: Warschau ist eine Stadt voller Kontraste. Doch vor allem die UNESCO-geschützte Altstadt mit ihrem beschaulichen Marktplatz gilt als das schönste Fleckchen der polnischen Hauptstadt.
9. Tag: Heimflug
Frühstück und Transfer zum Flughafen Warschau.